Vermögensanlagen: Das Portfolio bleibt stark

Trotz erhöhter Unsicherheiten an den Finanzmärkten entwickelte sich das Portfolio der GastroSocial Pensionskasse im 2. Quartal 2026 sehr erfreulich. Die Rendite liegt klar über fünf Prozent und damit weiterhin deutlich über den externen Vergleichswerten. Im Video ordnet Beat Wüst, Leiter Vermögensanlagen, die wichtigsten Entwicklungen ein und erklärt, wie das Portfolio positioniert wurde.

Marktumfeld: Unsicherheiten blieben hoch

Das 2. Quartal 2026 war weiterhin von anspruchsvollen Rahmenbedingungen geprägt. Neben den kriegerischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten standen vor allem die Erwartungen rund um die Künstliche Intelligenz im Fokus der Finanzmärkte.

Die geopolitischen Spannungen wirkten sich insbesondere auf den Rohölpreis aus. Dieser blieb über weite Teile des Quartals volatil und erreichte in der ersten Hälfte mehrfach hohe Werte. Gegen Ende des Quartals bewegte er sich jedoch wieder in einen weniger kritischen Bereich. Da der Ölpreis ein wichtiger Einflussfaktor für die Inflation ist, wurde seine Entwicklung von den Märkten besonders aufmerksam verfolgt.

Gleichzeitig blieben die Inflationserwartungen zwar etwas erhöht, aber insgesamt relativ gut verankert. Dies half den Notenbanken, stärkere Verschärfungen der Geldpolitik zu vermeiden. Zusammen mit stabilen Arbeitsmärkten, verbreitet guten Unternehmensresultaten und den hohen Erwartungen an die wirtschaftlichen Auswirkungen der Künstlichen Intelligenz führte dies zu einer insgesamt positiven Marktstimmung.

Entwicklung der Anlagemärkte

Diese Rahmenbedingungen spiegelten sich auch in den wichtigsten Anlageklassen wider. Der Weltaktienindex legte im 2. Quartal deutlich zu und erreichte mehrfach neue Rekordwerte, bevor er im Juni wieder etwas nachgab.

An den Zinsmärkten zeigte sich ein uneinheitliches Bild. Während die Renditen von Staatsanleihen in den USA zulegten, gaben sie in Europa und auch in der Schweiz nach. Der schweizerische Immobilienmarkt entwickelte sich insgesamt volatil seitwärts. Dabei standen Anstiegen bei Immobilienfonds Rückgänge bei Immobilienaktiengesellschaften gegenüber.

Die Märkte blieben damit insgesamt konstruktiv, aber nicht frei von Risiken. Die Entwicklung zeigte einmal mehr, wie wichtig es ist, kurzfristige Marktbewegungen sorgfältig einzuordnen und die Portfolioausrichtung nicht allein an einzelnen starken oder schwächeren Marktphasen auszurichten.

Portfolioentwicklung: Leicht offensive Positionierung zahlte sich aus

GastroSocial war aufgrund der Markterwartungen leicht offensiv positioniert in das 2. Quartal gestartet und behielt diese Ausrichtung über das gesamte Quartal hinweg bei. Diese Positionierung zahlte sich insbesondere im April und Mai aus: Die stark positive Renditeentwicklung wurde in dieser Phase vor allem von den Aktienpositionen getragen.

Gleichzeitig wurde das Portfolio laufend optimiert. Aufgrund der starken Entwicklung einzelner Teilmärkte wurden verschiedentlich Positionen reduziert, die zu stark an Gewicht gewonnen hatten. Damit wurde die Portfolioausrichtung aktiv gesteuert, ohne die grundsätzliche Positionierung markant zu verändern.

Im Juni konnte die Portfoliorendite weiter zulegen, wenn auch etwas moderater als in den beiden Vormonaten. Mit +5.87 % liegt sie deutlich vor der Benchmark und externen Vergleichswerten. Insgesamt kann GastroSocial damit auf ein sehr erfreuliches 2. Quartal zurückblicken. 

Breite Diversifikation bleibt zentral

Während die Aktienmärkte im 2. Quartal besonders stark zur positiven Rendite beitrugen, entwickelten sich andere Anlagebereiche naturgemäss etwas träger. Dazu zählen unter anderem Privatmarktanlagen, die bei sehr starken Aktienmärkten kurzfristig zurückbleiben.

Gerade diese Anlagebereiche spielen jedoch eine wichtige Rolle für die langfristige Stabilität und die Renditeentwicklung des Portfolios. In schwächeren Börsenphasen tragen sie dazu bei, die Schwankungen zu begrenzen und die Rendite zu erhöhen. Die breite Diversifikation bleibt deshalb ein zentrales Element der Anlagestrategie von GastroSocial.

Ausblick auf das 3. Quartal 2026

Für das 3. Quartal wird vieles davon abhängen, wie sich die geopolitische Lage weiterentwickelt, wie die Notenbanken darauf reagieren und welche Auswirkungen politische Entscheidungen auf das globale Marktumfeld haben.

GastroSocial erwartet in diesem Szenario insgesamt eine eher seitwärtsgerichtete Entwicklung des Weltaktienmarktes. Von der Zinsseite könnte ein leicht positiver Beitrag kommen. Zudem wird erwartet, dass die bislang zurückgebliebenen Privatmärkte zunehmend Unterstützung leisten könnten.

Vor diesem Hintergrund sind aktuell keine markanten Anpassungen in der Portfolio-Positionierung vorgesehen. Die Entwicklungen an den Märkten werden jedoch weiterhin eng beobachtet. Das erfahrene Team der Vermögensanlagen der GastroSocial Pensionskasse bleibt bereit, die Portfoliopositionierung bei veränderten Rahmenbedingungen anzupassen, Chancen wahrzunehmen und Risiken zu begrenzen.

Beat Wüst arbeitet seit 12 Jahren bei GastroSocial und leitet seit 2016 die Abteilung Vermögensanlagen. Davor führte er zwei Jahre lang das Team Wertschriften.


Er schloss an der Universität Zürich in Betriebswirtschaft ab und arbeitet seit bald 30 Jahren im Bereich Finanzen und Vermögensanlagen. An Fachkonferenzen referiert er regelmässig zu Anlagethemen von Pensionskassen.

Gaston