Personen in arbeitgeberähnlicher Stellung

Personen in arbeitgeberähnlicher Stellung (GmbH- oder AG-Inhaber) sowie ihre mitarbeitenden Ehegatten bzw. eingetragenen Partner können in den nachfolgenden Situationen Anspruch auf eine Corona-Erwerbsersatzentschädigung haben. Der Anspruch besteht rückwirkend ab dem 17. September 2020.

Die 6 Anspruchssituationen

Betriebsschliessung

Sie müssen Ihren Betrieb aufgrund bundesrechtlich oder kantonal angeordneter Schliessung einstellen und haben dadurch einen Erwerbsausfall? Dann besteht Anspruch auf eine Corona-Erwerbsersatzentschädigung. Der Anspruch besteht für die Dauer der Schliessung.

April und Mai 2021 gelten trotz Terrassen-Öffnung als «Betriebsschliessung»

Gastronomiebetriebe können die Anmeldungen für die Corona-Erwerbsersatzentschädigung für den ganzen Monat April 2021 und für den ganzen Monat Mai 2021 weiterhin nach der Anspruchsgrundlage «Betriebsschliessung» einreichen...

  • ...auch wenn die Terrassen und Aussenbereiche nach dem 19. April 2021 geöffnet wurden
  • ...aber die Innenbereiche weiterhin geschlossen bleiben mussten.

Wichtig bei Lohnausfall

Bei Betriebsschliessungen wird Ihnen sowie Ihrem mitarbeitenden Ehegatten bzw. eingetragenen Partner die Corona-Erwerbsersatzentschädigungen nur dann ausbezahlt, wenn ein Lohnausfall entsteht. Wurde ein Lohn ausbezahlt oder abgerechnet, kann keine oder nur eine gekürzte Entschädigung ausbezahlt werden.

Sie haben einen gekürzten oder keinen Lohn ausbezahlt? Dann ist es wichtig, dass Sie bei der Anmeldung im Online-Formular unter «Tatsächlich ausbezahltes/erzieltes Erwerbseinkommen im Antragsmonat» den tatsächlich ausbezahlten Lohn bzw. den Betrag «0.00» eintragen.

Notwendige Beilagen

Sie müssen dem Antrag einen Nachweis über die angeordnete Massnahme, auf die sich die Anmeldung bezieht, beilegen. Dies kann ein Auszug der Massnahmen auf der kantonalen Website, ein Rundschreiben des Kantonsarztes oder eine Publikation einer anderen öffentlichen Stelle sein.

Kein Anspruch besteht, wenn:

  • kein Erwerbs- oder Lohnausfall besteht.
  • der Betrieb wegen fehlender Rentabilität, angeordneter Reduktion der Öffnungszeiten oder wegen anderen angeordneten Restriktionen freiwillig geschlossen wird.
  • der Inhaber/die Inhaberin oder eine andere betriebsrelevante Person (z.B. Koch) sich in eine behördlich oder ärztlich angeordnete Quarantäne begeben muss und darum der ganze Betrieb eingestellt wird.

Veranstaltungsverbot

Aufgrund der Aufhebung des allgemeinen Veranstaltungsverbots und der Wiederaufnahme der Aktivitäten im Veranstaltungsbereich besteht ab dem 1. September 2021 kein Anspruch mehr auf Leistungen aufgrund eines allgemeinen Veranstaltungsverbots, ausser bei Grossveranstaltungen, die von den zuständigen kantonalen Behörden bewilligt werden müssen.

Notwendige Beilagen

Sie müssen dem Antrag pro Anspruchsmonat einen Nachweis über mindestens eine geplante oder abgesagte Veranstaltung mit einer erwarteten Besucheranzahl von über 50 Personen beilegen (oder weniger Besucher, je nach Bestimmungen der einzelnen kantonalen Massnahmen).

Massgebliche Umsatzeinbusse

Ist Ihre Erwerbstätigkeit aufgrund der Massnahmen gegen das Coronavirus massgeblich eingeschränkt und erleiden Sie dadurch eine Lohn- und Einkommenseinbusse? Dann besteht Anspruch auf eine Corona-Erwerbsersatzentschädigung. Voraussetzung ist, dass Sie im Jahr 2019 ein AHV-pflichtiges Einkommen von mindestens CHF 10´000.– erzielt haben.

Die Umsatzeinbusse muss deklariert und begründet werden, wie sie auf Massnahmen zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie zurückzuführen ist. Die Angaben werden mit Stichproben überprüft.

Definition «massgebliche Einschränkung»

Die massgebliche Einschränkung ist definiert durch einen Umsatzverlust von mindestens 55% bzw. 40% bzw. 30% im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2019...

  • ...wenn es sich um eine Betriebsart handelt, für welche die Anspruchsgrundlage «Betriebsschliessung» nicht gilt
  • ...oder wenn der Betrieb keinen Innenbereich zur Bewirtung hat bzw. keine Bewirtung im Innenbereich möglich ist (z.B. Liefer-, Catering-, Veranstaltungs- oder Take Away-Betriebe).

Die Anspruchsvoraussetzungen wurden im Lauf der Corona-Pandemie im Covid-19-Gesetz immer wieder angepasst. Die daraus entstandenen Regelungen betreffend minimal nachzuweisender Umsatzeinbusse lauten wie folgt:

  • ab 17. September 2020 bis 18. Dezember 2020: min. 55% Umsatzeinbusse
  • ab 19. Dezember 2020 bis 31. März 2021: min. 40% Umsatzeinbusse
  • ab 1. April 2021: min. 30% Umsatzeinbusse

Beispiele

  • Umsatzeinbusse von min. 55% im Oktober 2020 und/oder November 2020: Es besteht für den ganzen Monat Anspruch auf Corona-Erwerbsersatz.
  • Umsatzeinbusse von min. 55% im Dezember 2020: Es besteht für den ganzen Monat Anspruch auf Corona-Erwerbsersatz.
  • Umsatzeinbusse von min. 40% aber weniger als 55% im Dezember 2020: Es besteht erst Anspruch auf Corona-Erwerbsersatz ab dem 19. Dezember 2020, d.h. 13 Taggelder.*
  • Umsatzeinbusse von min. 30% im April 2021 und/oder Mai 2021: Es besteht für den ganzen Monat Anspruch auf Corona-Erwerbsersatz.

*Bitte beachten Sie, dass das Erfordernis der Umsatzeinbusse von 40% zwar für den ganzen Monat Dezember erfüllt werden muss (zwecks Vereinfachung der Umsetzung), der Anspruch aber erst per 19. Dezember 2020 entsteht.

Rechner Umsatzeinbusse

Wegfall Fremdbetreuung für Kinder

Sie müssen Ihre Erwerbstätigkeit unterbrechen, weil die Fremdbetreuung Ihrer Kinder nicht mehr gewährleistet ist? Dann können Sie eine Corona-Erwerbsersatzentschädigung beantragen. Der Anspruch besteht bei Ausfall der Fremdbetreuung für Kinder unter 12 Jahren, bei Ausfall der Betreuungsmöglichkeiten für gesundheitlich eingeschränkte Kinder und Jugendliche oder wenn sich das Kind selbst in eine angeordnete Quarantäne begeben muss.

Notwendige Beilagen

  • Schriftliche Bestätigung der Schule oder Kita betreffend der Schliessung wegen Quarantänemassnahmen
  • Nachweis über die ärztlich oder behördlich angeordnete Quarantäne oder Isolation der betreuenden Drittperson

Kein Anspruch besteht:

  • wenn Sie die Arbeit neben der Kinderbetreuung zu 100% im Homeoffice verrichten können.
  • während der ordentlichen Schulferien.

Angeordnete Quarantäne

Sie müssen sich aufgrund einer behördlichen oder ärztlichen Anordnung in Quarantäne begeben, weil Sie mit einer positiv getesteten Person in Kontakt waren (und nicht selber an Covid-19 erkrankt sind)? Dann können Sie eine Corona-Erwerbsersatzentschädigung beantragen. Der Anspruch erlischt, sobald die Quarantänemassnahme aufgehoben wurde oder das Maximum der zur Auszahlung bewilligten Taggelder erreicht ist:

  • Quarantäne bis und mit am 7. Februar 2021: Auszahlung von 10 Taggeldern
  • Quarantäne ab dem 8. Februar 2021: Auszahlung von 7 Taggeldern (Kürzung aufgrund Bundesratsbeschluss vom 27. Januar 2021)

Notwendige Beilagen

  • Nachweis über die behördlich oder ärztlich angeordnete Quarantäne

Kein Anspruch besteht, wenn:

  • Sie während der Quarantäne zu 100% im Homeoffice arbeiten können.
  • Sie selber an Covid-19 erkrankt sind – in dem Fall greift die Krankentaggeldversicherung.
  • Sie freiwillig – d.h. ohne ärztliche oder behördliche Anordnung – in Quarantäne (Selbstisolation) gehen.

Rückreise aus dem Ausland

Wenn Sie sich nach der Rückreise aus einem Risikogebiet in Quarantäne begeben müssen, besteht der Anspruch nur, wenn das Land bei der Einreise noch nicht auf der Liste der Risikogebiete des BAG stand und Sie sich innert 2 Tagen bei der zuständigen kantonalen Behörde gemeldet haben.

Besonders gefährdete Personen

Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 13. Januar 2021 beschlossen, Homeoffice für obligatorisch zu erklären. Personen in arbeitgeberähnlicher Stellung (GmbH- oder AG-Inhaber), die zu den besonders gefährdeten Personen gehören, haben vom 18. Januar 2021 bis 31. Oktober 2021 Anspruch auf eine Corona-Erwerbsersatzentschädigung, sofern sie ihre Erwerbstätigkeit nicht von zu Hause aus ausüben können und dadurch einen Erwerbsunterbruch erleiden. Zudem müssen besonders gefährdete Personen obligatorisch bei der AHV versichert sein (also in der Schweiz wohnen oder in der Schweiz erwerbstätig sein) und einer unselbstständigen oder selbstständigen Erwerbstätigkeit nachgehen.

Zu den besonders gefährdeten Personen gehören Schwangere sowie Personen, die nicht gegen das Coronavirus geimpft sind und an einer der folgenden Vorerkrankungen leiden:

  • Bluthochdruck
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • chronische Atemwegserkrankungen
  • Diabetes
  • Erkrankungen/Therapien, die das Immunsystem schwächen
  • Krebs
  • Adipositas

Wer gilt wann als nicht mehr besonders gefährdet?

  • Geimpfte Personen gelten ab dem 15. Tag nach der zweiten Impfdosis nicht mehr als besonders gefährdete Personen.
  • Schwangere Frauen, die gegen Covid-19 geimpft sind, gelten während 12 Monaten ab vollständig erfolgter Impfung nicht mehr als besonders gefährdete Personen.
  • Genesene Personen: Personen, die sich mit Sars-CoV-2 angesteckt haben und als genesen gelten, werden während sechs Monaten ab dem 11. Tag nach der Bestätigung der Ansteckung nicht mehr als besonders gefährdet eingestuft.

Anmeldefrist

Die Frist für die Einreichung eines Antrags auf Corona-Erwerbsersatzentschädigung läuft bis spätestens 31. Dezember 2021.

Notwendige Beilagen

Der Anmeldung ist ein ärztliches Attest beizulegen, welches bescheinigt, dass die antragsstellende Person zur Gruppe der besonders gefährdeten Personen (gem. Anhang 7 der Covid-19-Verordnung 3) gehört.

Corona-Hotline

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